Nacht-Depesche

Emotionale Entwicklung
Gefühle verstehen

Emotionale Entwicklung

Die kindlichen Gefühle entwickeln sich durch Lernen und Erfahren im täglichen Miteinander. Den Umgang mit diesen Gefühlen muss ein Kind erst noch lernen.

von BZgA
von BZgA

veröffentlicht am 12. März 2021 | 12:00 Uhr

emotionale entwicklung
Möchten Sie Ihr Kind emotional fördern, seien Sie ein offenes Buch.

Emotionale Grundfertigkeiten

Anders als zum Beispiel das Gehenlernen, das in einer bestimmten Altersspanne erfolgt, zieht sich die emotionale Entwicklung durch  die gesamte Kindheit. Die wesentlichen emotionalen Grundfertigkeiten entwickeln und erweitern Kinder jedoch bereits bis zum Schulalter. Hierzu gehören die Fähigkeiten,

Das erste Lebensjahr

Schon im Verlauf der ersten Lebensmonate verfeinern sich sichtlich die Empfindungen Ihres Babys wie auch seine Fähigkeit, Gefühle – Freude, Ärger, Trauer bis hin zu den ersten Empfindungen von Furcht – auszudrücken.

Gegen Ende des ersten Lebensjahres ist Ihr Kind schließlich schon in der Lage zu erkennen, worauf jemand ärgerlich oder freudig reagiert. Und wenn es sich sicher und geborgen fühlt, weiß es sich in dem einen oder anderen unbehaglichen Moment vielleicht schon selbst zu „beruhigen“.

Tränen der Enttäuschung

Im zweiten Lebensjahr werden die Gefühle vielfältiger und differenzierter. Ihr Kind möchte nun immer mehr selbst machen und sammelt hierbei mit jedem Tag neue wichtige Erfahrungen – auch betrübliche, denn nicht immer klappt alles so, wie Ihr Kind dies möchte. 

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Tränen der Enttäuschung

So mancher lautstarke Protest und Tränen der Enttäuschung sind hier vorprogrammiert. Doch auch wenn es Ihnen schwerfällt, Ihr Kind so zu sehen: Mit Enttäuschungen umzugehen und sich nicht unterkriegen zu lassen, gehört zu den wichtigen Lernerfahrungen.

Eng verknüpft mit der geistigen und sozialen Entwicklung bilden sich ab dem Ende des zweiten Lebensjahres allmählich weitere Empfindungen aus: Stolz, Scham, Schuld, Neid, Verlegenheit, Mitleid.

Trotzphasen – im Wechselbad der Gefühle

Gegen Ende des zweiten Lebensjahres begreift Ihr Kind sich zunehmend als eigenständige Person.

Vor allem im dritten Lebensjahr kann es in der Folge zu heftigen Gefühlsausbrüchen kommen, bei denen Ihr Kind seine Gefühle ungehemmt und mitunter vielleicht auch sehr temperamentvoll und lauthals zum Ausdruck bringt.

Denn diesen manchmal extremen Gefühlsschwankungen zwischen Sicherheit und Unsicherheit, Unabhängigkeit und Abhängigkeit, Erfolg und Misserfolg ist Ihr Kleinkind zunächst noch weitgehend ausgeliefert.

Begegnen Sie diesen Trotzphasen und trotzigen Reaktionen möglichst entspannt, ruhig und konsequent, so schwer es auch oft fällt.

Begeben Sie sich nicht in einen Streit oder Machtkampf mit Ihrem Kind, das steigert womöglich seinen Trotz und Ärger. Versuchen Sie, es zu beruhigen, vielleicht abzulenken und, wenn es dafür alt genug ist, zu überzeugen.

Den Umgang mit Gefühlen lernen

Wie Ihr Kind mit diesen oft heftigen und widerstreitenden Gefühlen umgehen kann, lernt es nur mit Unterstützung. Es braucht Orientierungshilfen.

Hierzu gehört auch die Erfahrung, dass der Art und Weise, wie es seine Gefühle ausdrückt, Grenzen gesetzt sind. Die ist zum Beispiel dort der Fall, wo andere Menschen verletzt oder beleidigt und Gegenstände zerstört werden.

Für Sie als Eltern ist es nicht einfach, bei starken Gefühlsausbrüchen Ihres Kindes immer die notwendige Gelassenheit zu zeigen. Doch oft ist es das Einzige, was in der akuten Situation hilft.

Doch bei allen Fortschritten, die Ihr Kind macht – es wird immer wieder an seine Grenzen stoßen und Enttäuschungen erleben, die auch bei einem vierjährigen Kind noch einen wahren Sturm der Verzweiflung und Wut entfesseln können.

Und selbst wenn Ihr Kind bereits in der Schule ist, sucht und braucht es Ihren Trost und Zuspruch, wenn seine Gefühle einmal aus dem Gleichgewicht geraten sind.

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